PREISFINDUNG

Thiago Calderaro

TL;DR – die 15-Sekunden-Antwort
Ein fairer Sponsoring-Preis entsteht nicht aus „was andere nehmen“, sondern aus Werttreibern: Reichweite-Qualität, Aktivierungen, Exklusivität, Dauer, Proof/Reporting und Produktionskosten.
Kontrast (A vs. B): A = „Logo-only“ → Preisdrückerei. B = „Aktivierung + CTA + Report“ → Wertargumente → höhere Paketpreise.
1) Was „fair“ im Sponsoring wirklich bedeutet
„Fair“ heißt nicht „billig“. Fair heißt:
Sponsoren bekommen klare Deliverables und Proof of Delivery
dein Verein deckt Kosten + Aufwand
du baust ein Angebot, das renewable ist (nicht einmalig)
Wenn Sponsoren später sagen „war nett, aber unklar“, war der Preis nie das Problem – sondern der fehlende Wert.
2) Die 6 Werttreiber, die deinen Preis bestimmen
Hier sind die Hebel, die Sponsoren wirklich kaufen:
1) Reichweite-Qualität (nicht nur Menge)
Wer sieht es? Eltern, Familien, lokale Käufergruppen?
Wie nah sind die Leute dran? Vor Ort + emotional = stärker als „irgendwo online“.
Wie oft sehen sie es? (Touchpoints im Turnierverlauf)
Merksatz: 500 relevante Kontakte schlagen 5.000 beliebige.
2) Aktivierungen (Interaktion statt Deko)
Alles, was Menschen tun lässt, steigert den Wert:
MVP-/Fairplay-Voting
QR-Gewinnspiel / Lead-Opt-in
Sponsorstand / Produktfläche
Rabattcode-Aktion
Aktivierungen liefern Story + Messbarkeit.
3) Exklusivität (Kategorie-Lock = Premium)
Wenn du einem Sponsor die Kategorie exklusiv gibst („einziger Getränkepartner“), verkaufst du Knappheit. Das ist ein Preistreiber.
4) Dauer & Frequenz
ein Turniertag vs. Turnierwochenende vs. Turnierserie
einmalige Leistung vs. mehrere Posts/Touchpoints
Mehr Dauer und Wiederholung = mehr Wert.
5) Proof/Reporting (der unterschätzte Hebel)
Sponsoren wollen intern erklären können, warum sie zahlen.
Ein einfacher Report mit:
Reichweite/Views
Klicks/QR-Scans
Teilnahmen am Voting/Gewinnspiel
Foto- und Linkpack
…macht dein Paket „kaufbar“ und „renewable“.
6) Produktionskosten & Aufwand
Design, Druck, Content-Produktion, Betreuung, Orga-Zeit.
Wenn du das nicht einpreist, zahlst du selbst drauf.
3) Die einfache Preisformel (ohne Excel-Studium)
Du kannst Sponsoring pragmatisch kalkulieren – so:
Schritt 1: Basispaketpreis definieren (Sichtbarkeit)
Basispaket = Website-Listing + 1–2 Posts + (wenn vorhanden) Bande/Flag.
Startpunkt (Daumenregel):
Basispaket = Kosten + Aufwand + kleiner Wertaufschlag
Wenn du beim Basispaket schon Bauchschmerzen hast: Du hast vorher zu billig verkauft.
Schritt 2: Aktivierungs-Add-ons als Pauschalen
Jede Aktivierung ist ein Add-on mit eigenem Preis. Zum Beispiel:
MVP-Voting „presented by“ = Add-on
QR-Gewinnspiel = Add-on
Sponsorstand = Add-on
Co-PR (Presse/Foto/Quote) = Add-on
Report = Add-on
Warum Pauschalen funktionieren: Sponsoren verstehen sofort, was extra kostet – und du kannst sauber upsellen.
Schritt 3: Exklusivität als Prozentaufschlag
Exklusivität = Premium.
Setz einen Aufschlag auf das Paket (z. B. +20–50%), abhängig davon, wie wertvoll die Kategorie ist.
Schritt 4: Report als „Renewal-Booster“ einpreisen
Reporting kostet Zeit – und spart später Verhandlungszeit.
Also: einpreisen.
Kontrast (A vs. B):
A = keine Zahlen → Diskussion → Kündigung
B = Report → Proof → Renewal
4) Beispiel-Kalkulation (damit du ein Gefühl bekommst)
Angenommen: Jugendturnier (U10–U13), 24 Teams, viele Eltern vor Ort.
Paket A: Nebensponsor (Low friction)
Website-Listing
1 Sammel-Dankespost
Preis: niedrig, schnell zu verkaufen, wenig Aufwand
Paket B: Co-Sponsor (Modul)
2 Posts + 1 Reel
QR-Gewinnspiel zur Landingpage
Mini-Report (Klicks + Foto/Linkpack)
Preis: Basispaket + Aktivierung + Reporting
Paket C: Hauptsponsor (Ownership)
Hero-Platzierung
5 Posts inkl. 1 Reel
MVP-Voting „presented by“
QR-CTA + Sponsorstand
Turnierreport
optional Exklusivität
Preis: Basispaket + 2–3 Add-ons + Reporting + Exklusivitätsaufschlag
Du siehst: Der Unterschied ist nicht „mehr Logo“. Es ist mehr Wirkung.
5) „CPM/Performance“-Denke: So argumentierst du gegenüber Sponsoren
Du musst keinen perfekten Media-Plan bauen. Aber du kannst in Sponsor-Sprache sprechen:
„Ihr bekommt X Touchpoints vor Ort + Y digitale Touchpoints.“
„Wir aktivieren über QR/CTA und können Klicks/Leads reporten.“
„Wir liefern euch einen Report, damit ihr den Spend intern belegen könnt.“
Sponsoren zahlen gern mehr, wenn du:
klar sagst, was passiert
es messbar machst
es sauber lieferst
6) Die 5 Pricing-Fehler, die dich Geld kosten (und die Fixes)
Fehler 1: Preis ohne Paket
Du nennst eine Zahl, aber niemand weiß, was drin ist.
Fix: Erst Deliverables, dann Preis.
Fehler 2: Nur Reichweite verkaufen
„Wir haben X Follower“ ist selten ein Deal.
Fix: Reichweite + Aktivierung + Proof.
Fehler 3: Alles in ein Paket stopfen
Du gibst zu viel ab und kannst nicht sauber liefern.
Fix: Base + Add-ons.
Fehler 4: Exklusivität verschenken
Kategorie-Exklusivität ohne Aufpreis ist ein Geschenk.
Fix: Prozentaufschlag definieren.
Fehler 5: Kein Reporting versprechen
Ohne Report sinkt die Renewal-Chance.
Fix: Report als Standard-Deliverable im Top-Paket.
7) Deine Quick-Checkliste vor dem Preisgespräch
Bevor du einen Preis nennst, musst du 4 Dinge beantworten können:
Welche Deliverables bekommt der Sponsor genau?
Welche Aktivierung sorgt für Interaktion?
Was trackst du (QR/CTA/Voting) und wie reportest du?
Wo ist Exklusivität möglich – und was kostet sie?
Wenn du das sauber hast, verhandelst du weniger über Preis – und mehr über Paketumfang.
FAQ (kurz & direkt)
Muss ich immer die günstigste Option anbieten?
Nein. Du brauchst eine Einstiegsmöglichkeit – aber du willst zum wertbasierten Paket führen.
Was, wenn ein Sponsor „nur Logo“ will?
Gib ihm das Basispaket. Aber zeig im Gespräch den Kontrast: „Mit einer Aktivierung wird das messbar.“
Wie oft sollte ich reporten?
Für Turniere: direkt nach dem Event. Für längere Partnerschaften: quartalsweise.
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